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24.02.2010


Neue Absolventenprognose bis 2014

Heute wissen, was Unternehmen zukünftig auf dem Bewerbermarkt erwartet

Der Bologna-Prozess ist fast vollzogen: In diesem Jahr müssen die letzten Studiengänge in Deutschland auf das Bachelor/Master-System umgestellt werden. Das "gute alte Diplom" wird in den kommenden Jahren vom Markt der Berufseinsteiger verschwinden. Die aktuelle Prognose von access KellyOCG zeigt, mit welchen Absolventenzahlen der verschiedenen Studienrichtungen Sie als Recruiter bis 2014 rechnen müssen und welche konkreten Trends sich bezüglich der Bachelor/Master-Abschlüsse abzeichnen.

Absolventenprognose 2010 Biologie

Auch in Krisenzeiten mit niedrigeren Einstellungszahlen ist für HR-Abteilungen das Wissen um Entwicklungen an den Hochschulen von großer Bedeutung. Denn mittel- und langfristig wird die Gewinnung von Top-Talenten wieder ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen sein. Durch die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens vollzieht sich in den letzten Jahren an den Universitäten und Fachhochschulen eine regelrechte "Zeitenwende". Erstmals steht im Mittelpunkt der Absolventenprognose von access KellyOCG die Umstellung auf das Bachelor/Master-System, das auch Arbeitgeber vor neue Herausforderungen stellt.

Neue Methodik ermöglicht ein noch differenzierteres Bild

Bereits seit 1996 führt access KellyOCG jährlich eine Studie zu den Absolventenzahlen der kommenden Jahre durch. Die Prognose basiert auf Statistiken zu Studienanfängern im ersten Fachsemester und den Absolventen der letzten Jahre. Die aktuelle Studie ermöglicht dank einer erweiterten Datenbasis des Statistischen Bundesamtes ab sofort einen noch genaueren Blick auf die deutsche Hochschullandschaft: Erstmals wird die durchschnittliche Studiendauer auf Basis jeder einzelnen Studienrichtung und jedes Studienabschlusses bei den Hochrechnungen individuell berücksichtigt. Präsentiert werden die voraussichtlichen Entwicklungen für die Studienrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften. Und zwar für die folgenden Abschlüsse: Absolventen mit Universitäts-Diplom, Absolventen mit Fachhochschul-Diplom Bachelor-Absolventen und Master-Absolventen (beide unabhängig von der Hochschulart).

Absolventenprognose 2010 Wirtschaftswissenschaften

Bachelor/Master versus Diplom: Welche Trends sind erkennbar?

2010 beschäftigt sich die Auswertung mit Blick auf die veränderte Hochschulstruktur schwerpunktmäßig mit folgender Frage: Welche Trends sind bei Bachelor- und Master-Absolventen im Vergleich zu den Absolventen mit Universitäts- und Fachhochschuldiplom in den unterschiedlichen Studienrichtungen erkennbar? Durch fast alle Studiengänge hinweg zeigt sich, dass die Anzahl der Absolventen mit Diplom sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten in den kommenden vier Jahren kontinuierlich sinken wird, während immer mehr Studenten mit dem Bachelor abschließen. Mit diesem ersten, formal berufsqualifizierendem Abschluss stehen die Bachelorabsolventen dem Arbeitsmarkt zumindest potentiell zur Verfügung. Die Entwicklung der Master-Absolventen ähnelt diesem Trend, jedoch in weitaus geringerer absoluter und relativer Zahl.

Ab 2016: Bachelor-Absolventen beim Berufseinstieg ohne Diplom-Konkurrenz

Ab wann werden Unternehmen für Einstiegspositionen endgültig nicht mehr auf Studienabgänger mit Diplom zurückgreifen können? In Deutschland werden 2010 vereinzelt noch Diplomstudiengänge angeboten. Dies wird der letzte Diplom-Jahrgang sein, der ein Studium aufnimmt. Entsprechend der durchschnittlichen Diplom-Studiendauer von etwa fünf Jahren an Fachhochschulen und sechs Jahren an Universitäten werden spätestens nach 2015 bzw. 2016 Bachelor- oder Masterabsolventen nicht mehr mit diplomierten Berufseinsteigern konkurrieren müssen. Wegen der oftmals hohen Zulassungsbeschränkungen für konsekutive Master-Studiengänge wird somit der Bachelor-Abschluss neben dem Master zwangsläufig zum üblichen Bewerberrepertoire gehören.

IT-Bachelor in der Mehrheit, wenige Bachelor-Absolventen in Naturwissenschaften

Signifikante Unterschiede zeigen sich vor allem im Zeitpunkt, zu dem in den verschiedenen Studienrichtungen die Bachelor-Absolventen die Hochschulabgänger mit Diplom erstmals in der Anzahl übertreffen. Vorreiter sind die Bachelor im Bereich Informatik: Bereits seit Ende 2008 lassen sie zahlenmäßig ihre diplomierten Kommilitonen hinter sich. 2009 und 2010 werden auch in den Wirtschaftswissenschaften, im Wirtschaftsingenieurwesen und in den Ingenieurwissenschaften die Bachelor erstmals die größere Absolventengruppe bilden. In den Naturwissenschaften wird die Umstellung länger dauern.

Wirtschaftswissenschaftler und -ingenieure: Höhere Abbrecherquote im Bachelorstudium

Als weiterer Trend ist zu beobachten: Die durchschnittliche Abbrecherquote im Bachelorstudium fällt über alle Studienrichtungen hinweg deutlich höher aus als im Masterstudium. Grund für diese höhere Erfolgsquote beim Master könnten die zum Teil hohen Zulassungshürden sein. Die bereits graduierten Master-Studenten neigen zudem vermutlich weniger dazu, sich fachlich noch einmal umzuorientieren. Beachtenswert ist auch, wie sich der Bachelor im Vergleich zum Diplom schlägt. Bei den wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen ist die Erfolgsquote des Bachelor bislang ernüchternd. So beenden im Schnitt lediglich 43% der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften ihr Bachelorstudium erfolgreich. Sie liegen somit zwar auf ähnlich niedrigem Niveau wie bei den universitären Diplomstudiengängen dieser Studienrichtung, jedoch weit unter der Erfolgsquote an den Fachhochschulen (66%). Im Wirtschaftsingenieurwesen ist die Abbrecherquote bei den Bachelorstudenten sogar fast doppelt so hoch wie bei den Diplomstudenten an Fachhochschulen und Universitäten. Dieses Phänomen könnte aber ein fachspezifisches sein: Nicht für alle Studienrichtungen lässt sich eine generell deutlich höhere Abbrecherquote in den Bachelorjahrgängen nachweisen.

Doppelte Abiturientenjahrgänge: Für 2014 bis 2016 höhere Absolventenzahlen zu erwarten

Unabhängig von der Bachelor/Master-Thematik können Personalabteilungen für die Zeit zwischen 2014 und 2016 noch einmal mit einem größeren Ansturm von Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt rechnen. Dies ist jedoch ein zeitlich begrenztes Phänomen, das sich durch die doppelten Abiturientenjahrgänge in den Jahren 2011 bis 2013 ergibt. Der Fachkräftemangel in Deutschland, insbesondere im Ingenieurs- und IT-Bereich, wird auch auf Berufseinsteigerebene wohl spätestens mit dem nächsten Wirtschaftsaufschwung sichtbar werden.

Viele Herausforderungen warten auf das Personalmarketing

Zudem ist die geringere Anzahl an Master-Absolventen im Vergleich zu den früheren Diplom-Absolventenzahlen für die Unternehmen in mehrfacher Hinsicht eine große Herausforderung. Zum einen für die Fachbereiche und die Personalentwicklung: Bachelor weisen nicht die gleiche Spezialisierung wie Diplom- oder Master-Absolventen auf, was seitens des Arbeitgebers mehr Maßnahmen zur fachlichen Qualifizierung on und off the job nötig macht. Zudem müssen Personalmarketingprozesse angepasst werden: Durch das sechssemestrige Bachelorstudium verkürzt sich der Zeitraum, in dem Unternehmen sich in der studentischen Zielgruppe positionieren und diese an sich binden können. Während früher Studenten meist erst ab dem Vordiplom im Fokus der HR-Abteilungen standen, müssen nun bereits Erst- und Zweitsemester beworben werden. Möglichst streuungsfrei passende Studierende zu erreichen, ist zu solch einem frühen Studienzeitpunkt aber sehr viel schwieriger.

Deshalb gilt es für Arbeitgeber intern wie extern die Weichen zu stellen, um beim nächsten "War for Talents" die Nase vorn zu haben. Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung oder Konzipierung Ihrer eigenen Bachelor-Master-Strategie.

Ausgewählte Ergebnisse der Absolventenprognose von access KellyOCG können Sie hier einsehen.

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Sie haben Interesse an der gesamten Studie? Stefan Renzewitz freut sich auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail:

+49 221 / 95 64 90 - 658 oder stefan.renzewitz@access.de

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