Tipps gegen Langeweile im JobWie wir Abwechslung und Spaß im Job zurückgewinnen
Langeweile im Job gibt es immer wieder. So wie einen auch der Montagsblues immer wieder mal erwischt. Erst schleichen sich Rituale und Gewohnheiten ein, dann wird der Job zur Routine - und der Spaß geht flöten. Allerdings muss man dabei unterscheiden: zwischen temporärer Langeweile und chronischer. Erstere hat durchaus auch ihre guten Seiten. So ist Langeweile im Job (manchmal) nützlich...
...weil sie kreativ macht. Wer sich langweilt, findet die Zeit und Muße abzuschalten - und genau das fördert Kreativität. Wer sich auf eine Lösung konzentriert, lenkt seinen Geist in eine Art Tunnelblick. Langeweile dagegen öffnet den Horizont.
...weil sie stimuliert. Tagein, tagaus immer dieselben Handgriffe zu erledigen, macht unzufrieden. Das aber ist der Schlüssel zu großen Erfindungen. Das Rad wäre wohl nie kreiert worden, wenn die Leute nicht das Schleppen leid gewesen wären.
...weil sie entspannt. Wer ständig unter Volldampf steht, findet keine Ruhe. Und das ist bekanntlich schlecht für Körper und Geist. Und mal ehrlich: Eine gepflegte Langeweile abends vor der Glotze macht so manchen Folgetag viel produktiver.
Überhaupt ist es so, dass bei fast allen Dingen, die wir tun, mit Zeit automatisch so etwas wie eine Übersättigungs-Langeweile entsteht. Die Band, die wir vorgestern noch supadupatoll fanden, nervt inzwischen nur noch, der Traumjob von einst entwickelt sich zum Alltagseinerlei und der anbetungswürdige Partner - na, Sie wissen schon. Forscher nennen dieses Phänomen übrigens Varianz Amnesie. Das bedeutet: Wir haben die Tendenz, die vielen abwechslungsreichen und spannenden Dinge in unserem Leben zu vergessen, weil wir uns auf eine einzige Sache fokussieren, die uns irgendwie nicht mehr kickt.
Um uns aus dieser selbstgebauten Falle zu befreien, raten die Wissenschaftler, die dazu einen Bericht im Journal of Consumer Research veröffentlicht haben, sich selbst zu "entwöhnen". Heißt: Wenn Sie sich etwa zunehmend bei einer bestimmten Tätigkeit langweilen, konzentrieren Sie sich umso mehr auf andere Aufgaben, die Sie noch immer spannend finden - so kommt auch der Spaß auf den ersten Job zurück. Oder: Statt die CD der ehemaligen Lieblingsband zu verbannen, hören Sie eine Weile ein paar andere Songs von Bands, die sie früher super fanden. Irgendwann gefallen Ihnen auch wieder Ihre Ex-Stars. Nur in Partnerschaften sollten Sie mit der Methode vorsichtig sein. Sie wissen schon...
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Jochen Mai, Jahrgang 1968, ist Diplom-Volkswirt, langjähriger Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts "Management + Erfolg" bei der WirtschaftsWoche. Anfang 2008 erschien sein Bestseller "Die Karriere-Bibel" im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Das Buch wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und 2009 von der Stiftung Warentest mit "empfehlenswert" bewertet, das dazugehörige Online-Jobportal karrierebibel.de wurde im April 2009 mit dem "Lead-Award" ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Interviewpartner und Diskussionsteilnehmer. |
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