Bei facebook teilen Bei twitter teilen Bei google plus teilen
Seite drucken Seite senden Bei facebook teilen Bei twitter teilen Bei Xing teilen Bei LinkedIn teilen Bookmark setzen


Sparen Sie nicht mit Eigenlob

Falsche Bescheidenheit

Es gibt einen schmalen Grad zwischen arrogantem Eigenlob ohne Substanz und sublimer Selbstpromotion. Ersteres ist genauso ärgerlich wie peinlich, letzteres dagegen fördert Aufmerksamkeit und Aufstieg. Und das ist keinesfalls so schwer, wie manche vielleicht meinen - es gilt eben nur die feine Grenze zur Prahlerei nicht zu überschreiten. Bescheidenheit ist eine Zier - weiter kommt man aber ohne sie: So eitel und unangenehm einem Selbstdarstellung vorkommt - wer nicht auffällt, fällt durchs Raster. Selbst die großartigste Leistung verpufft, wenn sie keiner mitbekommt. Schlechtes Selbstmarketing spielt sogar eine Rolle beim Scheitern. In einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater hielten 28 Prozent falsche Bescheidenheit für einen der Top-10-Karrierekiller.

Dieses ständige Werben erfordert natürlich Fingerspitzengefühl, sonst driftet es leicht in Wichtigtuerei ab. Die Geschichte ist voll von Egos, deren Erfolg sie nicht vor übersteigertem Geltungsbedürfnis bewahrt hat: Alexander der Große etwa bezeichnete sich selbst als "Sohn des Zeus", als Nachkomme der obersten Gottheit, Katharina die Große weigerte sich, Briefe zu öffnen, die nicht an "Ihre königliche Majestät" adressiert waren, und George Washington wollte unbedingt "Seine Hoheit der Präsident der Vereinigten Staaten" genannt werden. Hallo Hybris!

Vergessen Sie solche Vorbilder. Die wichtigste Regel beim Selbstmarketing lautet, sich selbst treu zu bleiben. Diven und Schauspieler schaden sich nachhaltig. Einmal, weil das Theater schnell zur bloßen Farce verkommen könnte - zum anderen, weil es auf Dauer enorm anstrengend ist, eine Rolle zu spielen, die einem nicht entspricht. Vielmehr geht es beim Selbstmarketing nicht darum, nach kurzfristigem Applaus zu heischen, sondern die Beziehung in den Vordergrund zu stellen und auch dem anderen etwas zu bieten, was ihn weiterbringt.

Bewährte Wege im Büroalltag sind etwa gegenüber dem Chef regelmäßig Zwischenberichte abzuliefern und Fortschritte zu berichten. Oder sich in Meetings zu Wort melden. Allerdings nicht ständig, dafür aber mit ausgearbeiteten, frischen Ideen. Oder man bietet sein Wissen und seine Hilfe anderen Kollegen an. Das hat den Vorteil, dass diese später positiv über einen reden. Und Mundpropaganda wirkt sogar noch stärker als Eigenwerbung.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

Jochen Mai, Jahrgang 1968, ist Diplom-Volkswirt, langjähriger Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts "Management + Erfolg" bei der WirtschaftsWoche. Anfang 2008 erschien sein Bestseller "Die Karriere-Bibel" im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Das Buch wurde inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt und 2009 von der Stiftung Warentest mit "empfehlenswert" bewertet, das dazugehörige Online-Jobportal karrierebibel.de wurde im April 2009 mit dem "Lead-Award" ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Interviewpartner und Diskussionsteilnehmer.






» weitere Karriere-News

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird vom Unternehmen Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie hier. Die Nutzungsbedingungen von "Disqus" können hier eingesehen werden. Die Kommentare werden von access moderiert. Wir behalten uns das Recht vor, ungeeignete Kommentare wie Beschimpfungen oder Beleidigungen ohne Rückfrage zu löschen. Kommentare als "Gast" oder mit einem Link werden vor der Veröffentlichung kurz überprüft. Lesen Sie hierzu auch unsere Netiquette.
blog comments powered by Disqus