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Eine Anleitung zu erfolgreichem Selbstmarketing

Einer unter Tausenden

Unternehmen setzen in der Krise verstärkt auf berufserfahrene Arbeitskräfte. Für die mehr als 200.000 neuen Absolventen eines jeden Semesters geht es folglich verstärkt darum, aus der Masse herauszustechen. Natürlich: Überdurchschnittliche Noten, relevante Praktika und Auslandsaufenthalte haben auch in den letzten zehn Jahren den Unterschied gemacht, aber das ist unter leistungsorientierten Studenten ohnehin selbstverständlich. Wer eine erfolgreiche Karriere in einem Top-Unternehmen anstrebt, kann diese Grundvoraussetzungen vorweisen. Viele hochqualifizierte Mitbewerber, wenige heiß begehrte Arbeitsplätze - wie sticht man nun aus der Masse guter Absolventen heraus, wie macht man Personaler auf sich aufmerksam? Eine Möglichkeit ist das "Selbstmarketing".

Selbstmarketing

Selbstmarketing mag zunächst als eine abwegige Idee erscheinen: Jeder ist seine eigene Ich-AG (wir erinnern uns: Unwort des Jahres 2002). Was aber heißt das genau? Unter diesem Ansatz gilt es seine individuellen Stärken hervorzuheben, eben wie beim Marketing eines Produkts. Dabei sind die (hoffentlich) vorhandenen guten Noten und Praktika nur einer von mehreren Bausteinen. Sie alleine reichen nicht aus, um bei Ernst & Young Partner zu werden oder den nächsten Laufschuh für Adidas zu entwickeln. Personaler suchen nach kommunikativen Teamplayern und Innovatoren - gepaart mit Flexibilität, hoher Motivation und Sozialkompetenz. Sind Sie? Dann muss es Ihr Arbeitgeber in spe nur noch erfahren!

Wer bin ich? - Was kann ich? - Wohin will ich?

Unabdingbar für ein erfolgreiches Selbstmarketing ist zu wissen, wer man eigentlich ist, was man kann und wohin man will. Diese zentralen Fragen sind grundlegend. Denn wenn Sie das "Produkt" nicht genau kennen, können Sie es auch nicht bewerben. Warum sollte Sie jemand einstellen, was macht Sie besser als die anderen und welche Ziele verfolgen Sie? Analysieren Sie Ihren Charakter, Ihre Stärken und Schwächen. Die berühmt-berüchtigte Frage danach kommt im Vorstellungsgespräch auf die eine oder andere Weise ganz bestimmt. Wenn Sie Ihre positiven und negativen Eigenschaften bisher nicht kennen oder nicht formulieren können, stellen Sie sich einfach vor, Sie fänden Ihren Namen in einem Lexikon. Wie sieht die Beschreibung dazu aus? Ein hilfreiches Mittel ist auch, Freunde und Verwandte zu fragen, welche Eigenschaften sie an Ihnen beobachten. Im Zweifelsfall kann vielleicht auch die Potential-Analyse des Geva-Instituts oder der Myers-Briggs-Test weiterhelfen. In jedem Fall: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Niemand ist auf allen Gebieten stark und fehlerlos. Insbesondere "Pseudo-Schwächen" a la "Ich bin manchmal zu perfektionistisch" kommen im späteren Vorstellungsgespräch nicht gut an.

Produkt und Leistung, Kommunikation, Distribution, Preis

Was sich nach der ersten Marketing-Vorlesung an der Uni anhört, lässt sich fast eins zu eins auch auf Ihr Selbstmarketing übertragen. Sie sind das Produkt, welches durch eine ausgeklügelte Kommunikationsstrategie über unterschiedliche Wege zu erreichen und zu einem bestimmten Jahresgehalt zu erwerben ist.

  • Merkmale und Vorzüge des Produkts haben Sie bereits in einer Bestandsaufnahme eingehend ermittelt.
  • Ihr "Image" ist mit dem Kommunikationskanal verbunden. Selbstbewusste Ausstrahlung, ein anpackendes Wesen oder doch lieber der konzeptionelle, analytische Denker? Je nach Image sprechen Sie andere Gruppen und Positionen an.
  • Ihr Image transportieren sie auf den unterschiedlichen Distributionswegen. Von der Post- oder Online-Bewerbung, bis hin zum Blog, dem Profil bei StudiVZ, Facebook oder Xing. Was Ihr potentieller Arbeitgeber - spätestens nach Ihrer Bewerbung - von Ihnen finden kann, ist relevant und trägt zu Ihrem Image bei.
  • Der Preis spiegelt Ihren Wert wider: Ist er unangemessen hoch, finden Sie keinen Absatz; verkaufen Sie sich aber unter Wert, sind Sie unzufrieden. Definieren Sie Ihre Gehaltsziele in Abstimmung mit Ihren bisherigen Leistungen und Erfahrungen. Orientieren Sie sich an aktuellen Gehaltsstudien oder Websites wie gehalts-check.de oder lohnspiegel.de.

"Hallo, hier bin ich!"

Selbst wenn Sie "perfekt" wären, würde Ihnen das ohne Selbstmarketing nicht viel helfen. Schließlich haben Sie wenig davon, wenn außer Ihnen niemand weiß, dass Sie klasse sind. Werden Sie also aktiv! Zeigen Sie der Welt Ihr Potential, erzeugen Sie Aufmerksamkeit. Lassen Sie andere von Ihren Fähigkeiten wissen und profitieren. Selbst wenn Sie mal daneben liegen, ist das kein Beinbruch. Seien Sie nur nie so ignorant, auf offensichtlich falschen Ansichten zu beharren. In Blogs, Foren und sozialen Netzwerken können Sie Ihre (nicht nur fachliche) Meinung kundtun und wertvolle Kontakte knüpfen. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Vor allem in Netzwerken wie Xing ist die soziale Hemmschwelle mit Personen zu kommunizieren, die höhere Positionen besetzen oder älter sind, geringer. Welches Netzwerk Sie nutzen, liegt dabei in Ihrem Ermessensspielraum und sollte Ihren Zielen angepasst sein. Für nationale Businesskontakte ist Xing die erste Wahl, für die USA LinkedIn, und bei Facebook findet sich fast jeder wieder, wenn auch häufig nur aus privaten Gründen. Beachten sollten Sie dabei, Ihre Profile aktuell zu halten und Ihrem Image entsprechend zu gestalten (Stichwort Partybilder).

Der Faktor Zeit

Netzwerken braucht seine Zeit. Stabile, vertrauensvolle Beziehungen bilden sich nicht in wenigen Tagen. Außerdem wollen sie gepflegt werden. Ihr Netzwerk kann Ihnen helfen, ob es das tatsächlich tut, hängt ganz entscheidend von Ihrem persönlichen Engagement ab. Dieser Prozess kostet Zeit und Ausdauer. Deswegen sollten Sie sich immer vor Augen halten, was Ihr Ziel ist. Gleiches gilt, wenn Sie sich in Ihren zielrelevanten Fähigkeiten verbessern wollen. Niemand vermag alte Handlungsweisen sofort abzulegen und es dauert ebenso lange, sich neue Arbeitsweisen anzueignen. Streuen Sie gezielt Informationen über Ihre Erfolge, Fähigkeiten und Interessen, achten Sie stets auf Ihre Außendarstellung, vor allem in sozialen Netzwerken (das Internet vergisst nichts) und bleiben Sie langfristig motiviert.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei Ihrem Selbstmarketing!






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